Böllerschützen

Böllerschützen Abteilung

 

Die  Böllerschützenabteilung, der Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Breinig 1666 e.V. wurde  am 15.03.2014 gegründet.

Die Idee zu einer eigenen Böllerschützengruppe kam nicht zuletzt durch die Freundschaft der KG Sündenböcke  zu den Truderinger Böllerschützen. Bei gegenseitigen Besuchen durfte auch der eine oder andere Sündenbock bereits vorab den ersten Böllerschuss abgeben – natürlich unter fachkundiger Anleitung.

Ziel der Abteilung ist es, das Brauchtum des Böllerschießens zu pflegen und zu erhalten. Sowie bei den verschiedenen Gelegenheiten durch das Böllern oder Salutschießen den festlichen Rahmen zu unterstützen. 

So einfach wie gedacht war der Weg bis hin zu den Böllerschützen indes nicht.       

Dank der Sebastianus Schützenbruderschaft Breinig, die die Idee einer Böllerschützenabteilung als Bereicherung ihrer Bruderschaft angesehen haben, war die erste Hürde noch schnell genommen - Bestandteil einer Schützenbruderschaft zu sein.

Als nächstes musste dem Gesetz genüge getan werden.  Der Umgang mit Schwarzpulver macht es in Deutschland erforderlich eine Erlaubnis nach §27 Sprengstoffgesetz zu erhalten. Grundvoraussetzung dafür ist die Teilnahme an einem staatlich anerkannten Lehrgang für Wiederlader, Schwarzpulver- und Böllerschützen.

Die Prüfung wird von der StädteRegion Aachen abgenommen.

Die erste Prüfung wurde bereits von 13 Mitgliedern abgelegt und bestanden.

Bei der Schützenkirmes am 22.06.2014 wurde bereits 3 Monate nach der Gründung das erste Böllern unter großer Anteilnahme der Bevölkerung durchgeführt.

 

Inzwischen (Stand August 2016) gehören der Abteilung 20 aktive Mitglieder an.

 

Grundsätzliches

Böllerschießen ist eine Tradition, bei der zu besonderen Anlässen Krach erzeugt wird. Die Schützen nennt man Böllerschützen. Sie sind oft in eigenen Vereinen organisiert oder Abteilungen in Schützenvereinen. Die Schützen treten in der Regel in Tracht auf. Das Böllerschießen ist keine, wie man landläufig der Meinung ist, bayrische Gepflogenheit. Böllerschützenvereine sind in ganz Deutschland und auch bei unseren europäischen Nachbarn zu finden.

Anlässe zum Böllerschießen

 

Das Böllerschießen findet an besonderen Festtagen, wie z.B. an Hochzeiten, Kirchweihen, Jubiläen, Rauhnächten (Heiligabend, Silvester), Beerdigungen, Neujahr Sonnwende und Fronleichnam statt. Es ist gleichzeitig eine Ehrerweisung für hochgestellte Persönlichkeiten z.B. einem König oder Staatsmann. In vielen Regionen finden zudem jährliche Böllerschützentreffen statt.

 

Geschichte des Böllerschießens

 

Die Geschichte des Böllerschießens lässt sich bis in das 14./15. Jahrhundert zurückverfolgen, wenngleich Chroniken rar sind (Erstnachweis 1377). Das liegt auch daran, dass Böllerschießen nicht als eigenständiger Brauch betrachtet werden kann, sondern sich aus vielerlei anderen Traditionen entwickelt hat. Die Idee mit Schwarzpulver Krach zu machen, dürfte so alt sein wie die Entwicklung des Schwarzpulvers selbst.

Zwei ältere Hinweise auf das Böllerschießen:

Einer Sage nach probten die Hornberger (Schwarzwald) so lange für die Ankunft des Fürsten (wahrscheinlich Eberhard Ludwig 1677 bis 1733), bis ihnen schon vor dem Besuch des hohen Herrn das Pulver ausging. Hier wird auch das Sprichwort „Es ging aus wie das Hornberger Schießen“, abgeleitet.

In einem Erlass vom 16. Juli 1696 wird das Böllern bei Strafandrohung wegen seiner Gefährlichkeit in der Markgrafschaft Ansbach verboten.

 

Des Weiteren gibt es insbesondere aus dem 18. Jahrhundert einige Überlieferungen, wo sich Schützengesellschaften Böllergeräte anfertigen ließen oder dass auf diversen Festivitäten geschossen wurde.

 

Bauformen der Böller

 

Bei den Böllergeräten wird unterschieden in Handböller, Standböller und Böllerkanone. Handböller sind meist sehr aufwändig verziert und unterteilen sich weiter in pistolenartige oder auch gewehrartige, welche dann Schaftböller genannt werden.

Die Ladung

 

Die Böller sind in der Regel Vorderlader und werden mit Böllerpulver befüllt. Das Böllerpulver besteht aus Schwarzpulver gewisser Körnung und hat eine Abbrandgeschwindigkeit von ca. 400 m/s. Die Entzündungstemperatur liegt bei etwa 300° C, die Verbrennungstemperatur bei etwa 2500° C.
Während bei den Handböllern Kaliber von 10-30 mm üblich sind, sind es bei den Standböllern und Böllerkanonen häufig enorme Kaliber bis zu 90 mm. Die Pulvermenge pro Schuss beträgt bei solch einem Kaliber bis zu 400 g, im Gegensatz zu einem 15mm Handböller, der lediglich 13g Pulver benötigt. Das Böllerpulver wird mit Hilfe eines Korkens verdämmt, andere Verdämmungsmaterialien sind in Deutschland nicht mehr erlaubt. Die Verdämmung wird mit Hilfe von Hammer und/oder Ladestock in das Rohr geschlagen. Gezündet wird die Ladung durch ein Zündhütchen, das wiederum durch einen Schlagbolzen (meist bei Kanonen und Standböllern) oder durch ein Perkussionsschloss gezündet wird. Ebenfalls möglich ist die Verwendung eines elektrischen Brückenanzünders, was gerade bei großkalibrigen Standböllern zunehmend Verwendung findet.

 

Schussfolgen

 

Es wird in bestimmten Reihenfolgen geschossen, die der Schützenmeister vorgibt. Folgende Grundformen von Salven sind üblich:

Das Lauffeuer: Es wird in gleichen Takt geschossen – Schütze nach Schütze -.

Das Schnellfeuer wird wie das Lauffeuer im gleichmäßigen Takt ausgeführt, allerdings erfolgen die Schüsse mit kürzestem Abstand unmittelbar hintereinander.

Der Salutschuss erfolgt gleichzeitig von allen Schützen.

Gern geschossen wird auch der Doppelschlag, bei dem zwei Schützen direkt nacheinander abfeuern und dann etwas gewartet wird, bis die nächsten zwei feuern

In der Präzision oder dem Tempo dieser Salven und ihrer Kombination zeigt sich die Qualität einer Schützenformation. Beim Gruppenschießen erfolgen die einzelnen Schritte auf dem Schießplatz, einschließlich der Ladetätigkeiten, nach dem Kommando des Schützenmeisters.

Rechtliches

 

Böllerpulver unterliegt in Deutschland dem Sprengstoffgesetz.

In Deutschland muss der Schütze deshalb im Besitz einer Erlaubnis nach § 27 SprengG sein und es muss für jeden Böller eine Beschussbescheinigung vorliegen. Die Böllergeräte müssen alle fünf Jahre dem Beschussamt, bzw. bei Standböllern und Böllerkanonen zum Nachbeschuss vorgeführt werden. Böllergeräte zählen nicht als Waffe im Sinne des Waffengesetzes.

 

Information und Beitritt

 

Wer Lust bekommen hat bei den Böllerschützen der Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Breinig 1666 e.V. mitzuwirken, wendet sich bitte an den Schützenmeister:

 

Thomas Weiß

+49 (0)151 12512222

 

 

   
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